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1

Donnerstag, 19. Januar 2006, 17:18

Lohnt sich eine Restauration?

Hallo!

Ich habe hier einen sächsischen Extra-Ari Modell 1874 mit einer interessanten Klingenätzung.
Es ist nicht nur das Regiment, sondern auch der Träger mit Batterienummer und Zeitraum angegeben. Die Klinge ist sehr dunkel, vermutlich hing sie über einen Kamin. :( Rost schließe ich aus, da mit einem öligen Lappen abgerieben sich der Zustand nicht änderte.
Ich frage mich nun, lohnt sich eine Restauration (eher beim Fachmann) oder soll ich sie so lassen?

Bis bald Roland
»traunixmehr« hat folgende Bilder angehängt:
  • sächs.AS74 Quart Ätzung.jpg
  • sächs.AS74 terz Ätzung.jpg
_______________________________________________________________

Mit schlechten Gesetzen und guten Beamten läßt sich immer noch regieren -
bei schlechten Beamten aber helfen uns die besten Gesetze nichts.
Otto v. Bismarck

2

Donnerstag, 19. Januar 2006, 17:24

Hallo Roland,

es ist vielleicht anzunehmen, daß die Ätzung Schwarz oder Blau hinterlegt war, wie auf dem unteren Bild.

Ist die Klinge insgesamt dunkel, oder nur die Ausschnitte auf den Bildern?

Gruß,
Thomas
»Thomas« hat folgendes Bild angehängt:
  • DSCF1016.jpg

3

Donnerstag, 19. Januar 2006, 17:32

Hallo Thomas!

Die Klinge ist komplett dunkel.In der Farbe würde ich dunkelbraun wählen. In den Panelen vom Namen und der Regimentsbezeichnung ist es ein klein wenig dunkler. Ein bischen Rest der Vergoldung kann man noch an einigen Stellen der Ätzung noch erkennen. Ich werde versuchen am Wochende ein besseres Bild der gesamten Klinge rein zustellen.

Bis bald Roland
_______________________________________________________________

Mit schlechten Gesetzen und guten Beamten läßt sich immer noch regieren -
bei schlechten Beamten aber helfen uns die besten Gesetze nichts.
Otto v. Bismarck

König Albert

unregistriert

4

Donnerstag, 19. Januar 2006, 17:33

RE: Lohnt sich eine Restauration?

Hallo Roland,

ich würde Ihn so lassen, solche Stücke sind meistens vernickelt, bzw. der Untergrund unter der Schrift ist geschwärzt, ich denk man kann so ein Stück nur verschlechtern.

Gruss Rob (Robbysloti@aol.com)

5

Donnerstag, 19. Januar 2006, 17:47

RE: Lohnt sich eine Restauration?

Wie Rob schreibt, war die Klinge vernickelt. Statt der Nickelschicht ist nun eine feine Oxidschicht vorhanden.

Restaurieren heißt, daß
- der Griff abgeschlagen (demontiert) werden muß,
- die Klinge durch (Sand-) Strahlen gereinigt wird,
- die Klinge neu vernickelt, gebläut und gegebenenfalls vergoldet wird
- der Griff wieder montiert werden muß.

Hinterher sieht er wieder wie "neu" aus, wird aber rein materiell im Wert wohl nicht steigen, zumindestens bei einem späteren Verkauf wird es die Ausgaben nicht decken.

Ich finde, wenn man wirklich am Objekt hängt, kann man es ruhig machen lassen. Eine professionelle Restauration ist nicht immer schlecht.

Gruß,
Thomas

6

Donnerstag, 19. Januar 2006, 17:50

RE: Lohnt sich eine Restauration?

Zitat

Original von Zieten
Eine professionelle Restauration ist nicht immer schlecht.

Kostet aber vieeeellll Geld
Tu ne cede malis, sed contra audentior ito!

7

Donnerstag, 19. Januar 2006, 17:55

RE: Lohnt sich eine Restauration?

Hallo Roland,
ich denke ebenfalls wie König Albert, dass durch falsches putzen die Vernicklung der Klinge entfernt wurde und man sollte die Klinge lassen wie sie ist.

Vorschlagen würde ich höchstens eine Reinigung per Elektrolyse, kennst Du sicherlich 1 Päckchen Backpulver – 5 Liter Wasser usw, dass währe aber die schonenste Reinigung.

Gruß Nico
Suche Blankwaffen sowie alles über das 12. Thüringer Husaren-Regiment.

8

Donnerstag, 19. Januar 2006, 17:56

RE: Lohnt sich eine Restauration?

Zitat

Original von le Hussard

Zitat

Original von Zieten
Eine professionelle Restauration ist nicht immer schlecht.

Kostet aber vieeeellll Geld


Vor allem wird es bei der Klinge allein nicht bleiben.
Dann sollte auch der Griff und die Scheide überarbeitet werden, damit es ein harmonisches Gesamtbild ergibt.

9

Donnerstag, 19. Januar 2006, 18:04

RE: Lohnt sich eine Restauration?

Man sollte aber immer daran denken, das die Waffe 95 Jahre auf den Buckel hat und nicht wie aus den Laden aussehen kann. Eine Restauration, ist klaube ich nicht notwendig, da sonnst der Scharm des Alten verloren gehen würde und so schlecht, sieht die Klinge auch nicht aus.
Nico
Suche Blankwaffen sowie alles über das 12. Thüringer Husaren-Regiment.

10

Donnerstag, 19. Januar 2006, 18:25

Die Frage "Lohnt sich eine Restauration?"
beantwortet sich mit NEIN, wenn man den finanziellen Hintergrund betrachtet.

Sie beantwortet sich mit JA, wenn man an dem Stück hängt und es auf Dauer "schick" haben möchte, und ihn eventuell vererben möchte.

Ich persönlich würde den Säbel nicht restaurieren lassen, einerseits wegen der Kosten und andererseits um den normalen "Altersverfall", und damit auch das antike Finnish, nicht zu verfälschen.

Man sollte aber auch bedenken, daß Restaurationen dazu geeignet sind, alte Sachen auch zukünftigen Generationen zu erhalten.

Gruß,Thomas

11

Donnerstag, 19. Januar 2006, 21:24

Hallo Roland,

schau Dir die Klinge einmal genau an, durch was sie überhaupt dunkel geworden ist. Ich habe schon Stücke gehabt, die nur durch Zigarettenrauch bräunlich verfärbt waren. Öl richtet da wenig aus.
Teste doch einmal an einer nicht gebläuten Stelle, ob du mit feiner Stahlwolle etwas erreichen kannst.

Gruss
Dieter

12

Donnerstag, 19. Januar 2006, 21:55

Hallo,
was mich interessieren würde ist, wie hat man vor 200 Jahren eigentlich die Waffen gereinigt.
Als es noch keine Putzmittel und feine Stahlwolle gab.

MfG
Nico
Suche Blankwaffen sowie alles über das 12. Thüringer Husaren-Regiment.

13

Donnerstag, 19. Januar 2006, 22:54

soweit ich weiß hat man Waffen/Metall früher mit feinem Sand gereinigt, danach geölt..

14

Freitag, 20. Januar 2006, 08:06

Pflege früher...

Zitat

Original von THR12
was mich interessieren würde ist, wie hat man vor 200 Jahren eigentlich die Waffen gereinigt.


Nico, danke für die Vorlage!

Wie pflegen alte Soldaten zu sagen: Ein Blick in die Vorschrift erspart uns lange Diskussionen! ;)

Hier angehängt nun ein Auszug aus der Vorschrift über die Behandlung und Reparatur des Kavallerie-Säbels M/52, die aus 1877 datiert (S. 3 f.):
(Das sind zwar keine 200 Jahre, aber fast 130.)
»Schwertfeger« hat folgende Bilder angehängt:
  • scan0022.jpg
  • scan0021.jpg
"Suum cuique" (Cicero: Jedem das Seine; Devise des Schwarzen Adler Ordens)

15

Freitag, 20. Januar 2006, 08:08

Zitat

Original von Black
soweit ich weiß hat man Waffen/Metall früher mit feinem Sand gereinigt, danach geölt..


Sorry "Black" - "das mit dem Sand" war also genau verboten!

Gruß

"Schwertfeger"
"Suum cuique" (Cicero: Jedem das Seine; Devise des Schwarzen Adler Ordens)

16

Freitag, 20. Januar 2006, 10:57

Vielen Dank, Schwertfeger,
für den Einblick in diese Vorschrift. Ist sehr interessant und wird ab jetzt von mir angewandt!

Ich denke, da in der Vorschrift genauestens auf die verbotenen Verfahren hingewiesen wird, genau diese, wenn der Spieß wegschaute, in die Praxis umgesetzt wurden.

Gruß,
Thomas

17

Freitag, 20. Januar 2006, 11:28

Zitat

Original von Schwertfeger

Zitat

Original von Black
soweit ich weiß hat man Waffen/Metall früher mit feinem Sand gereinigt, danach geölt..


Sorry "Black" - "das mit dem Sand" war also genau verboten!

Gruß

"Schwertfeger"


Hmm..ich dachte an die Zeit vor Erfindung der Drahtbürste--aber da ist wohl länger her als 200 Jahre :)

18

Freitag, 20. Januar 2006, 11:39

RE: Pflege früher...

Hallo Schwertfeger,

vielen Dank für die Info und dass Du mich vor den Fehler bewahrt hast, die Klinge mit Ziegelmehl zu reinigen, dass hatte mir nämlich ein Bekannter geraden.
Vielleicht könnte man diesen, deinen Beitrag separat setzen.

Gruß
Nico
Suche Blankwaffen sowie alles über das 12. Thüringer Husaren-Regiment.

19

Freitag, 20. Januar 2006, 11:50

Zitat

Original von Black

Hmm..ich dachte an die Zeit vor Erfindung der Drahtbürste--aber da ist wohl länger her als 200 Jahre :)



Aber schon nach der Erfindung des Sandes?

:D
Nico
Suche Blankwaffen sowie alles über das 12. Thüringer Husaren-Regiment.

Waffenmeister

unregistriert

20

Samstag, 21. Januar 2006, 10:17

Guten Morgen!

Eine interessante Diskussion mit interessanten Hinweisen zur zeitgenössischen Pflege.
Was nun noch wissenswert wäre ist, was man damals unter "Fett/Öl" verstand. Ich denke mal, daß man die heutigen Fette/Öle kaum mit den damaligen Produkten vergleichen kann, oder?

WM