Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Blankwaffenforum. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

1

Samstag, 27. Dezember 2014, 19:54

Pioniersäbel M1915/Stutzenbajonett

Hallo zusammen!

Ich habe hier einen Pioniersäbel mit Aufgelegten Stutzenbajonett bekommen,der mich ein wenig Ratlos macht. Diese Form der Bajonetttasche kann ich nur bei dem Muster mit dem 1853er finden. Bei denn 1915ern ist die Tasche doch eigentlich immer seitlich versetzt oder?

Des weiteren,der Truppenstempel auf dem Pioniersäbel S FAR2

Das S sowie die 2 müssten von einer älteren Stempelung her stammen. Nur was bedeutet dann FAR ? Ich kann hierzu nirgend etwas finden.

Auch die Stempelung vom M1895 Stutzenbajonett ist mir nicht klar.Die dritte Zahl von vieren ist kleiner?

Ich freue mich schon auf eure Meinungen!

Mit besten Dank im voraus

Guido

2

Samstag, 27. Dezember 2014, 21:26

Hallo Guido !!!

Alles ist Korrekt mit deine Säbeltasche.

S FAR 2 ( Selbständiges ??? ) Festungsartillerieregiment Nr. 2

Mährisch-Galizisches Festungsartillerie Regiment „Freiherr von Beschi“ Nr. 2
Errichtet: 1891 - I. Armeekorps - 2. Festungsartillerie Brigade
Nationalitäten: 38 % Polen - 32 % Deutsche - 27 % Tschechen - 3 % Andere
Ergänzungsbezirk: Krakau
Garnison: Krakau
Kommandant: Oberst Johann Smrcek

U 8 1095 Ulanenregiment Nr.8 Waffennummer 1095

Das ist Galizisches Ulanen-Regiment „Graf Auersperg“ Nr. 8
Entschuldigen Sie bitte für schlechtes Deutsch.


Grüße aus Kroatien

Chombe

3

Samstag, 27. Dezember 2014, 21:39

Hallo Chombe!

Vielen Danke für deine Hilfe!

LG aus Graz
Guido

4

Sonntag, 28. Dezember 2014, 15:26

S koennte fuer Schwer sein also ein Schweres Festungs Artillerie Regiment oder Battalion nr.2, wenn da klar R ist dann nur Regiment, und stimmt was Zlatko geschrieben hat, ab 1914 kriegten die schwere kannonen und haubitzen dazu.

5

Sonntag, 28. Dezember 2014, 19:31

Danke Andy für die Ergänzung!

LG Guido

6

Donnerstag, 8. Januar 2015, 15:01

Hallo!

Ich glaube, daß das "S" überhaupt separat zu sehen ist und mit der FAR-Stempelung nichts zu tun hat.
"U" für Ulanregiment hätt ich auch noch nicht gesehen, entweder LUR = Landwehrulanen Regiment oder UR, aber wer weiß.
Trotzdem eine interessante Kombination die beiden Blankwaffen. Gefällt mir sehr gut, ist auch sicher sehr selten, die Lackierung dürfte allerdings neueren Datum sein und außerdem ziemlich dick, da man z.B. nicht einmal die Doppeladler-Abnahme auf dem Einhängebügel der Bajonett-Scheide sehen kann.

Gratulation zu der Errungenschaft!

Servus

Alex

7

Samstag, 10. Januar 2015, 13:49

Hallo Guido!
Eine schöne Kombination in sehr gutem Zustand! Allerdings-das gebe ich zu- ist diese doch nicht so leicht erklärbar. Außerdem wurde mE schon viel Richtiges dazu gesagt. Einiges lässt sich aber festmachen und bestätigen:
1.) U8 ist (auch vorschriftsgemäß!)korrekt --spätestens ab 1916- und steht für das betreffende Ulanenrgt (siehe Zlatko). Dieses konkrete Bajonett (nicht der Typus-der passt wieder) passt also nicht für das hier wahrscheinliche Festungsartillerierg Nr „2--obwohl f.m. ansonsten alles korrekt erscheint.Allerdings findet man diese Schreibform U tatsächlich eher seltener ggüber UR etc.
Das schließt nicht aus, dass es nicht schon zuvor so geschrieben worden ist-da es gerade hier entgegen der Vorschrift viele Varianten gibt-je nach Interpretationsfreizügigkeit des ö.u. Waffenmeister UO ( im Unterschied zu adäquaten Vorgängen in der dtsch Armee bzw deren Kontingenten). Dabei wurden Buchstaben, Zahlen oft verschlagen und erscheinen undeutlich. Auch wurden bei zunehmender Dauer WK1 bezuggebende Vorschriften nicht oder mangelhaft umgesetzt.
2.) Ich denke,auch, dass es sich hier um ein mit schweren Mörsern und auch zusätzlich mit schweren und schwersten Kalibern insbes. ab 1915 beweglich gemachtes FAR2 handelt, danach schweres FAR. Die Erfordernisse u. Entwicklungen WK1 bes. am Isonzo machten dies notwendig, schwere u. schwerste Artillerie näher an den Ort der Kriegshandlungen heranzuführen (auch schon motorisiert!!) Dabei wurde es notwendig schwere und schwerste Kaliber, auch von der Marine adaptierte- für den Stellungskrieg am Isonzo verfügbar zu machen und einen Ausgleich zur gut bestückten ital. Artillerie zu schaffen. Die hatten es bei der Zuführung grosser Kaliber ggenüber Ö-U aber viel leichter Der nachträgliche Zusatz „s“ stammt wahrscheinlich von 1915 oder danach.
3..) Du hast recht-für den M15 gegenüber seinem Vorgänger gibt es diesbez. wenig--hier konkret eigentlich nichts---man muss davon ausgehen, dass die grundlegenden Vorschriften für den M1853 in seinen div. Formen inkl. allfälliger Änderungen im WK1 großflächig auch f.d. M15 übertragbar sind--du hast somit recht, wenn es die "doppelte" Säbeltasche eigentlich nur für den M53 gibt--für mich ist aber klar, dass dies auch f.d. M15 zutreffen müsste--also alles so korrekt.
4.) Eine Doppelbewaffnung PiS plus Karabiner M95 gab es bei der Festungsartillerie (eigentl. für die Zwecke des WK1 könnte man auch so ähnlich wie „Belagerungsartillerie“ dazu sagen) für die Fahrkanoniere. Diese brauchten ein Werkzeug analog zum Stellungsausbau u. Selbstverteidigung plus Schusswaffe –hier die kürzere Version-also Stutzenbajonett zur Verteidigung der Stellung—hier darf man analog des Kalibers und Gewichtigkeit von grösseren Maßen und Distanzen ausgehen—auch war der Platzbedarf an der bewegl. gem. Kanone (zwecks Stellungswechsel und Heranführung im WK1) vmtl. ein eingeschränkter-daher nur eine nämlich eine kombinierteSäbel/Bajonetttasche.
5.) Ich denke daher, dass dieser Säbel in dieser Kombination (ev. mit einem anderen M95 Bajonett mit anderer Trpbez. (obwohl damals einfach von anderen Trpkörpern nicht gebrauchte oder in dieser Anzahl nicht gebrauchte Waffen an andere übergeben wurden, die neu aufgestellt, erweitert etc, jedenfalls, die es notwendiger brauchten übergeben wurden bzw. revitalisierte Funde vom Schlachtfeld neu genutzt worden sind---und die Stempelung nicht mehr korrigiert worden ist) so richtig ist. Weiters denke ich, dass es sich hier—wie ausreichend gesagt, um eine Kombination f. einen Fahrkanonier des
(s) Festungsartillerieregiment 2 handelt, eingesetzt zur artill. Unterstützung im Stellungskrieg ab 1915, bewegl. gemacht mit einer motorisierten Lafette.
6.) Eine wirklich interessante Angelegenheit, die Diskussion wäre somit prolongiert und ist absolut erwünscht.... ;)
A.E.I.O.U.

8

Sonntag, 1. Februar 2015, 20:04

Hallo!

Vielen Dank für die ausführliche Antwort!

VG Guido

9

Montag, 2. Februar 2015, 16:28

Wenn ausnahmsweise ausreichend Zeit vorhanden--gerne geschehen und man freut sich immer über ein ehrliches Dankeswort.... ;)
A.E.I.O.U.