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Mittwoch, 23. August 2006, 14:05

Der einheitliche Offiziersäbel

Ein Bekannter von mir, hat mich nach Modell-Bezeichnung des Säbel gefragt … nur leider genau bei diesem Model blicke ich nicht durch. Kann mir jemand richtige Bezeichnung nennen, bzw. Einführungsjahr ?
Tu ne cede malis, sed contra audentior ito!

2

Mittwoch, 23. August 2006, 16:16

RE: Bitte um Hilfe ;)

Hallo Dmitri,

das Stück ist im Nachdruck des Kataloges von Weyersberg, Kirschbaum & Cie unter der Nr. 15 abgebildet. Es wird dort bezeichnet als:

"Infanterie-Offizier-Degen mit Füsilier-Gefäss und gebogener Klinge".

Im Gegensatz zum "richtigen" Füsilier-Säbel M 1826, der in einer Lederscheide geführt wurde, steckt dieser Säbel in einer Stahlblechscheide.

In späteren Katalogen wird er dann als Offiziersäbel mit glatter Montur bezeichnet (Eickhorn-Nachdruck Seite 233).

Gruss
Dieter

3

Mittwoch, 23. August 2006, 18:06

Danke Dieter.
Tu ne cede malis, sed contra audentior ito!

4

Mittwoch, 23. August 2006, 18:24

RE: Bitte um Hilfe ;)

Hallo Dmitri,

ich vermute mal, daß Du das Original vorliegen hast. Deshalb: ist der Griff aus Kunststoff (so scheint es) oder aus Leder?

Die rechteckige Öse am Ringband deutet auf die Zeit nach 1918. Ein Kunststoffgriff würde das verstärken.

Die 1. von Dieter gebrachte Bezeichnung ist eine rein kaufmännische von Weyersberg, also nichts offizielles oder amtliches.

Im übrigen wurde der preußische Füsiliersäbel oder Füsilier-Offiziersäbel auch nach 1889 noch in Stahlscheide geraume Zeit "aufgetragen". Ein entsprechendes Bild habe ich zu früherer Zeit hier im Forum schon mal eingestellt.

Gruß

Schwertfeger
"Suum cuique" (Cicero: Jedem das Seine; Devise des Schwarzen Adler Ordens)

5

Mittwoch, 23. August 2006, 21:23

RE: Bitte um Hilfe ;)

Hallo Schwertfeger,
nein das original liegt mir nicht vor - sondern befindet sich im Vladivostok :D
Aber mein Bekannter hat mir der Säbel beschrieben - der Griff ist aus dem Kunststoff. Wie soll die offizielle Bezeichnung sein? Füsilier-Offiziersäbel? Einheitssäbel? Infanterie-Offizier-Degen? Oder einfach ... Säbel ohne Bezeichnung :D
Tu ne cede malis, sed contra audentior ito!

6

Mittwoch, 23. August 2006, 22:18

RE: Bitte um Hilfe ;)

Hallo Dimitri!

Hat die Klinge eine (relative) tiefe Hohlkehle? Ich hatte mal so einen ähnlichen, nur war bei mir eine Golddrahtwicklung und nach dem Hüskenkatalog zur Feuerwehr 3.Reich zuzuordnen. Man erzählte mir , daß solche Säbel(eben mit Siberdrahtwicklung über Kunststoff) als M35 der Reichswehr (?) (Einheitssäbel) bezeichnet werden. Das solche kein HK tragen soll die Norm sein, erst später wurden in Katalogen auch solche mit HK´s und Gravuren angeboten.
(vielleicht kann ein Sammler aus dieser Zeit weiterhelfen?)

Bis bald Roland
_______________________________________________________________

Mit schlechten Gesetzen und guten Beamten läßt sich immer noch regieren -
bei schlechten Beamten aber helfen uns die besten Gesetze nichts.
Otto v. Bismarck

7

Sonntag, 27. August 2006, 09:41

RE: Bitte um Hilfe ;)

Hallo Dmitri,

bei dem Säbel hast Du nach den vorliegenden Informationen davon ausgehen, daß er nach 1918 gefertigt worden ist.

Der erste Erlaß, der die Bewaffnung mit eigenen Seitenwaffen regelte, datiert vom 9. Dezember 1922 (Reichswehrminister - Heer - Nr. 621/9.22 In.2.).
Zu den Waffen der Offiziere und damit auch Feldwebel-Dienstgrade wird ausgeführt:
"A. Offizierdegen oder -säbel:
  1. Infanterie-Offizierdegen,
  2. Kavallerie-Offiziersäbel,
  3. Artillerie-Offiziersäbel,
  4. der einheitliche Offiziersäbel."
    [/list=1]
    Interessant sind noch die im Erlaß aufgeführten Abweichungen:
    "1. Zu A 4. Klinge vernickelt. Ziselierungen wie für Ehrensäbel (Schießpreissäbel) vorgesehen und solche früherer Art. Gefäß vergoldet. Lappen an der der Parierstange dürfen Wappen, Namenszüge usw. tragen. Das Stoßleder darf aus Tuch, der griff aus Hartgummi oder Horn gefertigt, die Messingdrahtumwicklung vergoldet sein. Schwarz emaillierte Scheiden, auch Chronosscheiden (Vulkanfieber), die leichter sind und keiner Emaillierung bedürfen."

    Zu 1. bis 3. sind keine Erläuterungen erfolgt, weil diese ja früher (in der Kaiserzeit) modellmäßig festgestellt worden waren.

    Nach dem oben zitierten Erlaß handelt es sich bei der von Dir gezeigten Waffe um Nr. 4, allerdings in (herstellerbedingter) varianter Ausführung.
    In den Katalogen aus der damaligen Zeit findet manchmal auch die Bezeichnung: "Heeres-Offiziersäbel". Diese ist zwar "einprägsam", aber nicht amtlich. Dieses Säbelmodell wurde auch über1935 hinaus in der Armee geführt.

    Anzumerken bleibt, daß dieses Modell auch in anderen Bereichen geführt wurde. Insoweit ist eine Zuordnung einer Waffe, ohne daß dazu konkrete Informationen vorliegen, nicht ohne weiteres möglich. [Persönliche Anmerkung von mir, betrachte das Stück als militärisch, wenn kein weiter Hinweis vorliegt.]
    Modellbezeichnungen wie "M 35" sind Erfindungen der Neuzeit, insbesondere da 1935 keine neue Probe des Offiziersäbel festgelegt wurde.

    Gruß

    Schwertfeger
"Suum cuique" (Cicero: Jedem das Seine; Devise des Schwarzen Adler Ordens)

8

Sonntag, 27. August 2006, 13:51

Danke!
Tu ne cede malis, sed contra audentior ito!