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Montag, 29. Dezember 2014, 20:47

K.u.k. Kavallerieoffizierssäbel M1869 Paul Ritter FISCHER von LEDENICE „Ausmusterungssäbel“ der Theresianischen Militärakademie in Wr. Neustadt

Nach längerer "Schaffenspause" wieder ein leider kürzeres Intermezzo und einen Beitrag über einen
K.u.k. Kavallerieoffizierssäbel M1869 „Ausmusterungssäbel“ der Theresianischen Militärakademie in Wr. Neustadt
Dieser Säbel könnte Euch ev. schon bekannt vorkommen 1869 Offizier,Doppeladler "Treu bis in den Tod" "18.August 1893" Klinge Grasser W.n 93, ev. gibt es aber darüber auch Weiteres und Neues zu berichten....

Dieser schöne Ausmusterungssäbel vom 18. August 1893 (Geburtstag Kaiser Franz Josef 1.)ist zweifelsfrei dem k.u.k. Oberleutnant Paul Ritter FISCHER von LEDENICE (PFL) zugehörig.

k.u.k. Oberleutnant Paul Ritter FISCHER von LEDENICE
geb.30 11 1872 in Semlin/Slavonien heimatzuständig nach Klattau Böhmen
gestorben 23 06 1911, zuletzt wohnhaft gewesen in LINZ an der Donau; Oberösterreich


Paul Ritter FISCHER von LEDENICE -als passionierter Bergsteiger- verunglückte am 23 06 1911 während einer Bergtour und ohne Begleitung auf dem Bosruck in den Ennstaler Alpen tödlich (Spital am Pyhrn) und auf tragische Weise. Er hinterließ seine Frau und 2 Töchter. Er wurde am 29 06 1911 am St. Barbara-Friedhof in 4020 Linz im Familiengrab der Familie seiner Gattin (geborene Poche) beerdigt.
PFL galt als sehr beliebt unter seinen Offizierskameraden, war passionierter Bergsteiger und Skitourengeher und von Zeitgenossen als lebenslustig und „außerordentlich frohe Natur“ beschrieben.
Die Familie POCHE war für Oberösterreich, hier bes. Linz, bedeutend- wie auch die Familie FISCHER von LEDENICE in Österreich Bedeutung erlangte.

Maße:
GL: 98cm
LoS: 94cm
KB: 2,7 cm
KL: 78cm


Oberflächen: poliert, vernickelt, ziseliert, graviert, Griff mit geschwärzter Fischhaut, Silberdraht, Extraausführung mit "Doppeladlerkorb"

Markierungen, Inschriften:
„Treu bis in den Tod“ und 18.August 1893 (Devise der kuk Theresianischen Militärakademie zu Wr. Neustadt, erzeugt von Carl Grasser in Wien (Vater Andreas Grasser aus Tirol nach Wien 1848; Burggasse 38 1070 Wien; renommierter und bekannter kuk Hof-, Armee-, Waffen-, Kammerlieferant, kaiserl. dtsch Hoflieferant usw. usw. s.d.Beitrag Forum),

Wn 1893 Doppeladler, ärarischer Abnahmestempel des kuk Arsenals Wien 1893 sowie im Stöckel (Petschaft) PFL (Paul Ritter Fischer von Ledenice sowie die fünf- zackige Adelskrone --Ritterstand).
Die Ausmaße des Säbels dürften der damals verwendeten Bezeichnung „Halbsalon“ entsprochen haben. Der ehem. Anschaffungspreis 1893 dürfte, wieder grob geschätzt, ca. heutigen (2014) 500 Euro entsprochen haben. Aufgrund der gegenüber heutigen und damaligen stark variierenden Lebensumstände dürfte dies nicht zu wenig für ein damaliges Leutnantsgehalt bedeutet haben, weswegen anzunehmen ist, dass der Säbel unserem PFL von einem nahe stehenden Verwandten oder Freund der Familie 1893 ganz kurz vor seiner Ausmusterung überreicht worden war.
Interessant sind die typischen Gebrauchspuren an der Scheide sowie die typische (einzige) Ausmusterungsscharte (erste Scharte vom besten Freund an der Akademie und nicht vom Feind) an der Klinge.
Der ansonsten recht gute Erhaltungszustand wird lediglich durch einige Rostnarben am Klingenort geringfügig beeinträchtigt, der ideelle Wert ist ohnedies unbezahlbar.
18 08 1893 musterten in Wr. Neustadt von grob 150 ausgemusterten Infanterie –und Kavallerieoffizieren ca. ein Drittel zur Kavallerie aus. PFL musterte zum kuk Dragonerregiment 15 aus, wie danach sein Bruder Moritz.

K.u.k. Niederösterreich-Mährisches Dragoner-Regiment „Erzherzog Joseph“ Nr. 15 (kuk DR 15)
1891 als jüngstes u. letztes kuk DR in Wels errichtet, Regimentsgedenktag 24. Juni 1866 Custozza. Es führte von 1891 bis 1904 den Namen „Freiherr von Bechtoldsheim“-und wurde wegen der weißen Paroli (Lichtblauer Waffenrock, weiße Egalisierung, krapprote Stiefelhosen, gelbe Knöpfe) damals volkstümlich auch „Unschuldsdragoner“ genannt. Am 21 08 1914 kämpfte das Regiment in den letzten Reiterschlachten des WK1 (Reiterschlacht bei Jaroslau, September 1914 in der Schlacht von Rawa Ruska).
Friedensgarnisonen 1891-1914: Wels, Enns, Brünn, Wr.Neustadt

Wr. Neustadt war bei den Offizieren des DR 15 recht beliebt aufgrund der Nähe zu Wien und der vornehmen Kurstadt Baden. So war auch eine Eskadron in Traiskirchen attachiert, die auch die wichtige Verkehrsader in den Süden von Wien, die Triester Strasse überwachte. Umso unliebsamer wurde daher dann die Verlegung (mit EH Franz Salvator an der Spitze) des DR 15 am 2. März 1912 von Wr. Neustadt in die neue Garnison Lemberg und Galizien empfunden.
1914 Stab Zolkiew - 6.Esk. Lemberg
Regimentsinhaber
1881 - 1904 FMLt Anton Freiherr von Bechtolsheim (1866 in Custozza als Ulanenrittmeister RK des MTO)
1905 - 1915 EH Joseph

Paul Ritter FISCHER von LEDENICE ist 1890 in die (Titel „Theresianische“ offiziell erst 1894 v. FJ1 verliehen, zuvor aber schon geführt) Militärakademie Wr. Neustadt (Akademiekdt 1890-97 Generalmajor Ludwig Ritter von Kosak) eingetreten. Zuvor besuchte er die Militär Oberrealschule zu Weissenkirchen (3 Jahrgänge) und 4 Jahrgänge Militätunterrealschule.
Ausgemustert in Wr. Neustadt am 18 08 1893 als kuk Leutnant (Stichtag bzw. Rangnummer vom 1. September 1893) zum kuk Dragonerregiment Nr. 15 Anton Freih.. von Bechtoldsheim ausgemustert.
Zum selben Zeitpunkt (1893)und am selben Ort (Wr. Neustadt) gemeinsam ausgemustert wurden Paul Ritter Fischer von Ledenice (zum kuk DR 15 ausgemustert) und Jaroslav Lenecek (zum kuk IR35), dessen Ausmusterungssäbel ebenfalls schon hier vorgestellt worden ist. Beide müssen sich zumindest recht gut gekannt haben—siehe Beitrag Ausmusterungssäbel InfOffzS M1861 Ausmusterungssäbel von 1893 des Jaroslav Lenecek: Ausmusterungssäbel Theresianische Militärakademie

Dienstverwendet beim DR15 wurde PFL danach in den Garnisonen Enns, Wels, Innsbruck (Proviantoffizierskurs), Brünn, und Trebinje, Banjaluka (als Offz des Armeestandes).
01 05 1897 wurde er zum kuk Oberleutnant im kuk DR 15 befördert

Ausgeübte Funktionen von PFL: Zugs-, Eskadronskommandant (bzw. -stellvertreter), Proviantoffizier des kuk DR15 (zu diesem Zeitpunkt vor 1900 gab es noch kein eigen uniformiertes Proviantoffizierskorps), Offizier des Armeestandes ab 1900, stv Platzkdt. 1900 wird PFL in den Armeestand eingeteilt (Paroli scharlachrot, schwarzer Rock, Federstulphut analog z.B. Militärärzte) dh. für Offiziere in Spezialfunktionen oder territorialen Aufgaben bzw. die nicht ständig in einem Truppenkörper eingeteilt sind z.B. beim Dienst im Kriegsministerium usw.

PFL war verheiratet seit 02 10 1897 mit
Marianne Fischer von Ledenice; geborene Poche
diese geb. am 16 07 1875; gest.06 05 1929. Tochter des kaiserlichen Rates Mathias Poche s.d. Marianne hat sich nach dem Tod von PFL nochmalig verheiratet (danach Marianne Sellner)
2 gemeinsame Töchter mit PFL:
Mathissa Sellner geborene Fischer Ledenice
Erika Geber geborenen Fischer Ledenice


Nach dem Austritt aus dem Heer (1909 Übertritt von PFL in das Verhältnis als „kuk Oberleutnant a.D.“) und nach einer für in ärarischen Offiziersfamilien bisher typischen und durchschnittlichen Laufbahn („Fisolenkind“ siehe Rudolf v. Eichthal) trat PFL endgültig in das Geschäft (Wenzl u. Hoffelner s.d.) seines Schwiegervaters ein:


kuk Oberleutnant a.D. Paul Ritter FISCHER von LEDENICE war nach seiner Militärlaufbahn als Leiter der Buchhaltung und Kasse der in der kuk Monarchie äußerst bekannten, leistungsfähigen und renommierten Linzer Grosstextilhandelsfirma Wenzl u. Hoffelner (Grosshandelsgesellschaft f.d. Grosshandel in Tuch und Manufakturwaren) in Linz; Untere Pfarrgasse 212 bzw Rathausg. 5-11; ein beliebter und erfolgreicher Grosshandelsgesellschafter gewesen. „Wenzl und Hoffelner“-- seit der Biedermeierzeit bekannt--belieferte nicht nur Österreich-Ungarn, sondern auch weite Teile von Mittel- und Südeuropa.
Der damals populäre Inhaber des Unternehmens „Wenzl und Hoffelner“, Mathias POCHE war auch gleichzeitig der vermögende Schwiegervater von Paul Ritter FISCHER von LEDENICE gewesen. Mathias POCHE war als zeitweiliger Vizebürgermeister von Linz und Bruder des Linzer Bürgermeisters FRANZ POCHE 1894-1900) auch ein wichtiger Förderer, Begründer, Mäzen der im 19.Jhd. aufstrebenden oberösterreichischen Handels- und Infrastruktur gewesen. Beide, Mathias Poche und sein Schwiegersohn PFL sind gemeinsam im selben Grab zur letzten Ruhe gebettet (St. Barbara-Friedhof in 4020 Linz).


Vater von Paul Ritter FISCHER von LEDENICE (PFL):
kuk FMLt Maximillian FISCHER-LEDENICE. geb. 12 10 1826 Prag/Böhmen gest. 28 04 1888 in Graz Sohn eines Kreishauptmannes; 1846 aus der Wr. Neustädter Militärakademie ausgemustert schon als junger Offz eingeteilt im Generalquartiermeisterstab. Teilnahme an den Feldzügen 1848 u. 1849, Teilnahme am Feldzug Italien Custozza (1866 als Oberst u. Rgtkdt), 1869 Bekämpfung des Aufstandes in Süddalmatien, 1870 Ritterkreuz des Leopoldordens, dieses verbunden mit der Nobilitierung (Ritterstand), danach wieder Generalstab, Kdt 3. InfBrig 1878 FMLt, 1879 Ruhestand. Der General erlebte die Ausmusterung seiner Söhne Paul 1893 und Moriz 1896 nicht mehr

FMLt Maximillian FISCHER-LEDENICE war verheiratet mit Albertine Fischer von Ledenice (Mutter v. PFL) gest: 04 03 1897 in Wien. PFL dürfte ein sehr gutes Verhältnis zu seiner Mutter gehabt haben.


Paul Ritter FISCHER von LEDENICE war Bruder des ebenfalls 1896 zum kuk DR 15 ausgemusterten, danach hochverdienten kuk Generalstabsoffiziers Moritz Ritter Fischer von Ledenice; Moritz nahm als Eskadronskdt 1914 an den letzten Reiterkämpfen in Russland mit dem DR15 teil. Danach wohnhaft und gestorben (Hietzinger Friedhof) in Wien. Der von den Nationalsozialisten Juli 1944 hingerichtete Widerstandskämpfer für ein freies Österreich, DKfm Gerhard Fischer von Ledenice war Sohn des danach gebrochenen Vaters Moritz Fischer v. Ledenice. Der 1911 verunglückte PFL wäre sein Onkel gewesen.
Moritz Ritter Fischer von Ledenice war 1896 gemeinsam als Jahrgangserster (1896 ausnahmsweise 2 Jahrgangserste Moritz u. M. Ronge, ) mit dem bekannten späteren kuk Ltr Evidenzbüro (zuletzt) FMLt Maximillian RONGE ausgemustert worden. Beide verband eine Freundschaft.

siehe auch den älteren Forumsbeitrag zu diesem Säbel:1869 Offizier,Doppeladler "Treu bis in den Tod" "18.August 1893" Klinge Grasser W.n 93


Literatur:
u.a.
siehe auch Moritz Fischer von Ledenice in „Ronge im Zentrum der Macht“ pag. 33, 49, 305 ff Jagschitz, Leidinger Moritz Hinrichtung Sohn Gerhard v.FL 1940 im NS-Widerstand

Weisse Dragoner im Weltkriege: die Geschichte des k. u. k. Dragoner-Regiments 15 Erzherzog Joseph;Ausgaben 1891-1918
Svoboda Johann die Militärakademie zu Wr Neustadt u. ihre Zöglinge
kuk Militärschematismus 1894 ua
Österr. StA/KA
Jubiläumsschrift Wenzl Hoffelner 1810-1935
wikipedia
http://www.dragonerregiment15.com/
Jagschitz, Leidinger Moritz Ronge im Zentrum der Macht“
Georg Schreiber „Des Kaisers Reiterei“ Wien 1967
A.E.I.O.U.

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Montag, 29. Dezember 2014, 20:50

weitere Bilder 1

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A.E.I.O.U.

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Montag, 29. Dezember 2014, 20:53

weitere Bilder 2

weitere Bilder 2--viel Vergnügen...
A.E.I.O.U.

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Montag, 29. Dezember 2014, 21:48

Doppelte Bilder

Sehe gerade, das eine oder andere Bild wurde doppelt geladen--mea culpa....trotzdem viel Vergnügen und v.a.euch allen
Einen guten Rutsch 2015!!!!
A.E.I.O.U.

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Dienstag, 30. Dezember 2014, 07:39

Herzlich willkommen zurück mein lieber alter Freund !!!

Das ist ausgezeichneten Beitrag für Jahresend. Dieser Schmuckstück ist ganz zugehörig mit deine Spitzname Doppeladlerkorb :P . Alles zusammen - wunderbar !!!
Entschuldigen Sie bitte für schlechtes Deutsch.


Grüße aus Kroatien

Chombe

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Dienstag, 30. Dezember 2014, 11:04

Hallo Doppeladlerkorb!

Vielen Dank für Deine interessanten Beiträge!

Es ist bewundernswert wie viel Hintergrundwissen in Deinen Beiträgen steckt. Dies zeigt einmal mehr, dass es um ein Sammlungsstück herum ungeheuer viel zu entdecken gibt und es eine Bereicherung darstellt sich eingehend damit zu beschäftigen.

Bitte weiter so!

Ich wünsche Dir und allen Sammlerkollegen einen gutes und erfolgreiches Sammeljahr 2015!

Viele Grüße vom Jagdsammler Ebbe

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Dienstag, 30. Dezember 2014, 14:53

@jagdsammler und zlatko: Vielen vielen Dank für eure nette Wertschätzung. Es erfreut den Sammler sehr, wenn es Gleichgesinnte gibt, die dies bzw die dafür aufgebrachte Zeit und Arbeit (die natürlich Freude macht...) zu schätzen wissen--aber es kostet eben einige Zeit--und die ist für uns alle leider meistens allzu knapp.....
A.E.I.O.U.

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Montag, 5. Januar 2015, 21:15

Happy new year colleagues:)
Gerhard, it was amazing to read your thread, dispite of early the tragedic death of the owner, you (as well) managed to keep his remembrance alive.
The city of Traiskirchen is especially important for me, my grandfather, after the 1956 freedom fight, spent some months there before immigrating to Switzerland, 30years later, my father did the same, I remember when I was a small boy, spending 2 days in huge Kasserne, I am not sure if this building was occupied by the Dragoons before.

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Dienstag, 6. Januar 2015, 13:33

Thank You very much Valentin! I really wish You a Happy New Year too- besides, you`re welcomed in Austria at any time--not only 1956.... ;) Originally Traiskirchen had been built as a new kuk Artillerie-Kadettenschule. It was opened on 14.Oct. 1903. Shortly before the regiment went to Galicia (1912) 5 squadrons from DR15 had been located in Wr. Neustadt, only 1 squadron in Traiskirchen,-- 1920 the previous Artilleriekadettenschule was turned into a public school. Since WW2 -and 1956-until nowadays the building has been serving for refugees.
A.E.I.O.U.

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Samstag, 10. Januar 2015, 14:18

Wichtiger Zusatz meinerseits: ich würde mich wirklich jederzeit sehr freuen, wenn es noch weitere bezugnehmende Informationen zum Säbel selbst, seinem ehem. Träger u. kuk Offizier oder dem thematischen Umfeld summa summarum gäbe ---so zB ein Bild von kuk Oberleutnant Paul Ritter FISCHER von LEDENICE oder weitere Informationen zur Firma Wenzl-Hoffelner usw.usw. :]
A.E.I.O.U.

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Mittwoch, 21. Januar 2015, 09:28

Lieber Gerhard!

Ich glaub ich muß hier gar nicht dazu sagen.
Perfekte Vorstellung eines an sich unbestritten schönen Säbels, aber besonders wird er erst durch den Bezug zum ehemaligen Besitzer und dessen Geschichte - aber auch erst dann wenn man sich die mühsame Arbeit der umfangreichen Recherche in verschiedensten Quellen (Kriegsarchiv, usw.) antut, wie es bei dir ja der Fall war.
Das du dir dann die Unterlagen aus dem Kriegsarchiv besorgt hast und noch viele andere Möglichkeiten bedient hast, hat sich hier ausgezahlt und somit ist dieser schöne - aber doch gewöhnliche 69er Ausmusterungssäbel - zu einem richtigen Glanzstück geworden.
Besonders schön ist natürlich, daß deine Geschichte wunderbar belegbar ist - umso schlimmer das es immer wieder vorkommt, daß das ein oder andere mal Erfindungen oder im besten Fall Interpretation als wahre Geschichte ausgegeben wird - das ist einfach schamlos!

Umso toller hier dein Exemplar.
Vielen Dank das du diese Geschichte mit uns teilst und der Nachwelt nun etwas an Wissen hinterläßt, daß ja eigentlich schon verloren gegangen war!

Servus

Alex

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Montag, 26. Januar 2015, 15:38

Herzlichen Dank, Alex für deinen ausführlichen und den "Wissenden" erkennen lassenden Kommentar, der mich sehr freut!!
Jedenfalls sollen Objekte, die irgendwann einmal aus irgendeinem Grund aus ihrem sozialen und historischen Zusammenhang (aus historischem Prestigeverlust oder aus Uninteressiertheit oder einfach des Mammons willen-wie auch immer--) gerissen worden sind, wieder in einen solchen gestellt werden können-wenn möglich- und so ihren ehemaligen stolzen Trägern und kuk Soldaten bzw Leistungen, Verdiensten ein gewisses Andenken gesetzt wird. Alleine die erneute historische Verankerung lohnt es für die Nachwelt, sonst würde es ja enggültig vergessen...
Ich hoffe, dass es hier gelungen ist und dieser Mehrwert über das eigentliche-sehr schöne- Sammelobjekt hinaus gefunden werden konnte.
Anbei zur Vita des PFL noch 3 ev. passende stimmige Bilder über die Dragoner, das Leben als Dragoner-Zugskdt-wie unser PFL ja einer war, und das kuk Dragoner Regiment 15.
Bild 1 zeigt einen Zug (nicht des DR 15) aber mutmasslich des kuk DR 1 in Pardubice (Pardubitz). Voran der Zugskdt-Subalternoffizier, erkenntlich an der silbernen Kavalleriekartusche, der nicht in parade ist-also werden hier odffensichtlich Zugsformationen grübt.
Bild 2 zeigt einen "Unschuldsdragoner" des kuk DR 15 zur Zeit der Brünner Garsonierung
Bild 3 zeigt ein Jugendbildnis von 1880 des als Kdt des kuk DR 15 vor Kriegsausbruch 1914 sehr populär gewesenen Obersten Otto Graf HUYN---geb. 04 09 1859 GRAZ 08 01 1928 Kremsmünster. Oberst Graf HUYN war kommandierender Offizier im letzten grossen Reitergefecht von JAROSLAU am 21 08 1914 gegen eine dreifache russische Übermacht, mit dabei ausser dem DR 15 war auch das DR 10 s.d.
kuk Kavalleriesäbel M1869 D.R.10
1880 ist Otto Graf HUYN noch als Leutnant des kuk DR 1 mit dem KavOffzS M1869 (kl. Portepee!) und Hund zu sehen.
A.E.I.O.U.