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Samstag, 15. Februar 2014, 15:37

Brief des Duke of Wellington an die Countess of Jersey, datiert vom 22. Mai 1820

Hallo Sammlerkollegen,

ich möchte Euch einen Brief des Sir Arthur Wellesley, 1.
Duke of Wellington (1769-1852) an Lady Sarah Sophia Fane, Countess of Jersey (1785-1867) vorstellen. Der Brief ist adressiert an die Countess of Jersey, London, der Absender ist der Duke of Wellington. Der Briefumschlag trägt das Siegel des Duke of Wellington. Das Schreiben ist datiert vom 22. Mai 1820. Im Brief geht es um die Zustimmung Wellingtons ein Treffen mit der Countess of Jersey vom 4. Juni auf den 6. Juni zu verschieben. Der Brief ist unterzeichnet mit Wellington.


Die beiden Stahlstiche zeigen den Duke of Wellington und die Countess of Jersey und stammen ca. aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.

Ich glaube die Person des Duke of Wellington nicht weiter Vorstellen zu müßen.


Sarah Fane, genannt Sally, war die älteste Tochter von John Fane, 10. Earl of Westmorland und dessen Frau Sarah Anne Child. Ihre Mutter war das einzige Kind von Robert Child, dem Hauptanteilseigentümer der Bank Child & Co. Dieser hatte versucht, die Beziehung zu unterbinden, weshalb Sarah Fanes Eltern 1782 nach Gretna Green geflohen waren, um dort zu heiraten. Daraufhin hatte Child sein Testament geändert und festgelegt, dass die älteste Tochter oder der älteste Sohn des Paares sein Vermögen erhalten solle. Er wollte auf jeden Fall verhindern, dass sein Schwiegersohn in den Genuss des Geldes kam. Dieses Testament trat schon vor Sarah Fanes Geburt in Kraft, so dass sie als reiche Frau geboren wurde. Sarah Fane erbte den Familiensitz Osterley Park und wurde Hauptinhaberin der Bank.
1804 heiratete Sarah Fane George Child Villiers, 5th Earl of Jersey, der Child mit königlicher Erlaubnis seinem Nachnamen hinzufügen durfte. Ihre Schwiegermutter Frances Villiers, Countess of Jersey war eine der bekanntesten Mätressen von König Georg IV. als dieser noch Prince of Wales war. Ihre Schwester Maria heiratete John Ponsonby, Viscount Duncannon, einen Bruder von Caroline Lamb.


Lady Jersey war viele Jahre lang eine begeisterte Anhängerin der Whigs. Ebenso leidenschaftlich setzte sie sich für das Anliegen von Caroline der Prinzessin von Wales ein, als der damalige Prince of Wales 1820/1821 versuchte, sich per Gesetz seiner Frau zu entledigen. Lady Jersey selbst wurde daraufhin persönlich von der königstreuen Zeitschrift John Bulls angegriffen, was zu einer Klage vor Gericht führte. Gegen Ende der 1820er Jahre änderte sie ihre politische Ausrichtung und unterstützte fortan die Politik der Torys unter Wellington und Peel. In den 1840er Jahren schwand ihr politischer Einfluss, und sie wurde von anderen Salondamen überflügelt, speziell von ihrer alten Rivalin Emily Lamb, Lady Cowper der Ehefrau des Premierministers Lord Palmerston. Die Countess of Jersey starb 1867 in ihrem Stadthaus am Berkeley Square 38 in der City of Westminster, Middlesex, die heute zu London gehört. Als Zenobia wurde sie in Benjamin Disraelis (1804-1881, ehem. britischer Premierminister) Roman Endimyon verewigt.

Viele Grüße, Michael



„Erfahrung ist die Summe der Fehler, die man gemacht hat.“ Arthur Wellesley, 1. Duke of Wellington (1769-1852).