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Donnerstag, 10. Juni 2010, 10:44

Bestimmung Galnteriedegen um 1750?

Hallo,

ich brauche bitte einmal eure Hilfe. Ich habe diesen Degen für unser Museum erstanden, er soll die Mitte des 18.Jh darstellen. Die Scheide ist neu, der Degen hat eine dreieckige klinge und ist gebläut und vergoldet. Die Hilze und der Korb sind aus Eisen mit vielen einzeln eingenieteten, brillantierten Eisenkugeln, teils auch durchbrochen. Kommt die Datierung hin? Gibt es Infos zu dem speziellen Stück? Wo liegt der Versicherungswert in etwa?

Ich danke euch schonmal.

Gruß, KO

2

Donnerstag, 10. Juni 2010, 10:57

Nach den mir zur Verfügung stehenden Unterlagen würde ich den Degen mit dieser aufwändigen, wenn auch ziemlich manierierten Dekoration eher in die Zeit um 1800-1810 einordnen. Vergleichbare Stücke wurden im Oktober 2008 in größerer Zahl in München versteigert
Gruß
corrado26

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Donnerstag, 10. Juni 2010, 11:25

Danke, also dürfte es sich von der Art her um einen Geschnittenen Stahldegen / Galadegen der Zeit zwischen 1780 und 1820 handeln. Die aufwendige Brillantierung deutet auf Paris, aber auf jeden Fall nach Europa. Es wird also sehr interessant zu sehen was in die Bläuung geschnitten ist. Schön wäre es wenn er deutsch wäre. Wenn ich mich nicht täusche dürfte der Degen mit etwa 1000€ gut versichert sein?

Weitere Meinungen? Verbesserungen?

Gruß, KO

4

Donnerstag, 10. Juni 2010, 13:38

Zitat

Wenn ich mich nicht täusche dürfte der Degen mit etwa 1000€ gut versichert sein?

Weitere Meinungen? Verbesserungen?

Gruß, KO


Wenn man die angeführten Auktionsergebnisse zzgl. Provision zu Rate zieht, dürften ca. 1400.-€ ausreichender sein.
Gruß
corrado26

5

Donnerstag, 10. Juni 2010, 21:26

doch so hoch, hätte ich garnicht gedacht. Worauf muss ich denn achten um die Gegend , deutsch oder nicht eingrenzen zu können?

Gruß, KO

6

Donnerstag, 10. Juni 2010, 21:54

Schönes Stück - endlich mal ein ordentlicher Galanteriedegen hier im Forum
Non soli cedit!

7

Donnerstag, 10. Juni 2010, 21:58

Zitat

Worauf muss ich denn achten um die Gegend , deutsch oder nicht eingrenzen zu können?


Auf die Stilistik des Gefäßes und ggf Marken dort.

Die Klinge hilft nur bedingt, da Solinger oder spanische Klingen überall vorkommen, dagegen franz. oder engl. Klingen sprechen eher für dortige Degen.

Ich halte das Gefäß des vorliegenden Degens tendenziell für englisch.
Non soli cedit!

8

Freitag, 11. Juni 2010, 15:13

Zitat


Ich halte das Gefäß des vorliegenden Degens tendenziell für englisch.


Ich auch
Gruß
corrado26

9

Sonntag, 13. Juni 2010, 10:11

na dann will ich nur mal nach Marke am Griff suchen...... irgendwie schade, schönes Stück, hätte aber für die Ausstellung zu unserem Grafen lieber ein deutsches Stück gehabt, er war Kammerherr und "Maitre des plaisirs" am Hofe Friedrichs des Großen.

Gruß, KO

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kronenorden« (13. Juni 2010, 10:12)


10

Sonntag, 13. Juni 2010, 12:26

so der Degen ist nun angekommen mit wunderbar passgenauer Scheide und diese vermutlich aufgrund der Qualität auch schon älter. In der Bläuung mit Gold Waffenstaffagen angebracht und mit Rocaillen verziert. England ist vermutlich auszuschließen, da sich auf dem Handschutz umlaufend französische Lilien befinden gehe ich nicht nur eher von Frankreich aus, sondern auch von der Zeit vor der franz. Revolution.

Was sagt ihr?

Gruß, KO

11

Sonntag, 13. Juni 2010, 15:05

Wenn es Lilien gibt, dann muss man Frankreich akzeptieren. Allerdings bleibe ich bei der zeitlichen Festlegung - man soillte nicht vergessen, dass dem 1. Kaiserreich in Frankreich wieder die Bourbonen in Form von ouis XVIII. folgten.
Gruß
corrado26

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Sonntag, 13. Juni 2010, 22:13

ok. Wo finde ich denn genau evtl. vorhanden Stempel?

Gruß, KO

13

Montag, 14. Juni 2010, 14:02

Bei zivilen Stücken dürfte es schwierig sein, Kontroll- oder Abnahmestempel zu finden - derartiges gibt es eigentlich nur bei militärischen Stücken.
Möglicherweise findet sich auf der Angel ein Hinweis auf den Hersteller. Dies zu eruieren bedeuted aber die Zerlegung des Degens und davon würde ich dringend abraten. Zuviel Wissensdurst ist dem Objekt in aller Regel mehr als abträglich.
Gruß
corrado26